Обложка канала

Екатерина Шульман

Российский политолог, специалист по проблемам законотворчества. Неофициальный канал.

Екатерина Шульман

3 года назад
Открыть в
Interview for DIE ZEIT on the one year of war, the elites' calculations, loyalty purchase and the risks of a leader in a personalist autocracy. Full text from behind the paywall. https://teletype.in/@eschulmann/Der_Krieg НАСТОЯЩИЙ МАТЕРИАЛ (ИНФОРМАЦИЯ) ПРОИЗВЕДЕН, РАСПРОСТРАНЕН И (ИЛИ) НАПРАВЛЕН ИНОСТРАННЫМ АГЕНТОМ (НАИМЕНОВАНИЕ, ФАМИЛИЯ, ИМЯ ОТЧЕСТВО (ПРИ НАЛИЧИИ), СОДЕРЖАЩАЯСЯ В РЕЕСТР ИНОСТРАННЫХ АГЕНТОВ) ЛИБО КАСАЕТСЯ ДЕЯТЕЛЬНОСТИ ИНОСТРАННОГО АГЕНТА (НАИМЕНОВАНИЕ, ФАМИЛИЯ, ИМЯ, ОТЧЕСТВО (ПРИ НАЛИЧИИ), СОДЕРЖАЩАЯСЯ В РЕЕСТР ИНОСТРАННЫХ АГЕНТОВ) "ZEIT ONLINE: Die russische Elite trägt diesen Krieg nicht mit? Schulmann: Lassen Sie es mich mit einer Parallele verdeutlichen: In der Geschichtswissenschaft gibt es den Ausdruck: "No Hitler, no Holocaust." Es war vorherzusehen, dass auf die schwache Weimarer Demokratie eine Ein-Mann- Diktatur folgen könnte. Es gab historische Vorbedingungen für diese Entwicklung: die wirtschaftliche Situation, die Enttäuschung, Groll über den verlorenen Krieg. Aber: Die Juden waren Hitlers persönliche Obsession. Die Diktatur war vorhersehbar, aber nicht der Holocaust. Ich möchte Putin jetzt nicht mit Hitler vergleichen, es geht mir hier nur darum, etwas zu verdeutlichen: In Russland gab es auch historische Vorbedingungen, dass die schwache Demokratie der Neunzigerjahre in eine Autokratie mündete. Aber nicht, dass es einen Krieg gegen die Ukraine gibt. ZEIT ONLINE: Die Ukraine ist also Putins persönliche Obsession? Schulmann: Absolut. Die Menschen um ihn herum spielen meist nur mit, weil man so nun mal seine Position in einer Autokratie bewahrt. ZEIT ONLINE: Also sollte der Westen vielmehr versuchen, an Putins Umfeld heranzukommen? Schulmann: Ja, warum denn nicht? Es wäre nicht das erste Mal, dass Koalitionen zwischen verfeindeten Staaten geschmiedet werden. Putin ist nur so lange an der Macht, solange die anderen mit ihm gehen. Es ist wie mit dem roten Knopf und allen anderen Dingen: Kein Führer führt allein. Er kann nur so lange führen, solange ihm alle folgen. ZEIT ONLINE: An wen denken Sie dabei? An jemanden, der sich vielleicht schon von Putin distanziert hat? Schulmann: Im Gegenteil, ich würde nach Personen suchen, die ihm so nahe wie möglich stehen. Sie können ideologisch ähnlich ticken, aber sich trotzdem hassen. Es ist eine Kalkulation, die diese Menschen rund um die Uhr beschäftigt: Profitiere ich davon, wie die Dinge laufen? Was ist riskanter – sich zu distanzieren oder weiterzumachen?"
"Der Krieg schadet dem Regime und der Elite"

EXKLUSIV FÜR ABONNENTEN

Teletype